Weißdorn

Weißdorn, Foto: Fotolia

Eine Pflanze für das Herz
Als Heilpflanze ist Weißdorn bereits seit der Antike bekannt. Dioskurides, ein Wander- und Militärarzt zu Neros Zeiten (1. Jh. nach Christus), erwähnte erstmals dessen heilsame Wirkung. Seit dieser Zeit gehört der Weißdorn zum festen Bestandteil der Volksmedizin als „herzstärkendes“ Mittel. So soll Quercetanus (1544 - 1609), der Leibarzt König Heinrichs IV von Frankreich, Weißdorn in Form eines Fruchtsirups zur Stärkung des Herzens angewendet haben. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, folgten schließlich erste systematische Untersuchungen zur Wirkungsweise dieser traditionellen Heilpflanze. Heute ist bekannt, dass insbesondere die in Crataegus-Extrakten enthaltenen Flavonoide und oligomeren Procyanidine zur Wirkung des Weißdorns beitragen.
Für die Zubereitung des Weißdorns als Arzneimittel werden die blühenden Zweigspitzen und Blätter getrocknet und zu einem Extrakt verarbeitet. Die natürliche Wirkung beruht vor allem auf einer Steigerung der Herzmuskelkraft. Die Pumpleistung des Herzens wird verbessert, so dass das pro Herzschlag in den Blutkreislauf gepresste Blutvolumen erhöht wird. Das steigert die Durchblutung und damit auch die Sauerstoffversorgung der Herzkranzgefäße und des Herzmuskels. Daher ist Weißdorn bei beginnender, leichter Herzleistungsschwäche oftmals das Mittel der Wahl. Auch als ergänzende Therapie können pflanzliche Arzneimittel mit Weißdorn-Extrakt bei Herzinsuffizienz eingesetzt werden, z.B. in Kombination mit Blutdruck senkenden Medikamenten (ACE-Hemmer, Betablocker etc.) oder entwässernden Arzneimitteln (Diuretika). In der Apotheke stehen verschiedene qualitativ hochwertige Arzneimittel mit Weißdorn-Extrakt zur Verfügung, mit denen sich typische Anzeichen einer Herzleistungsschwäche wie Herzklopfen, Atemnot, Druck-und Beklemmungsgefühl in der Brust oder Schwächegefühl bis hin zum Schwindel behandeln lassen. Wichtig dabei ist zu wissen, dass Naturprodukte ihre Wirkung meist erst entfalten, wenn sie über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen eingenommen werden. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Apotheke für eine individuelle und kompetente Beratung.