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Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn neues Leben entsteht

Die Phasen des Kinderwunsches, der Schwangerschaft und der Stillzeit stellen für den weiblichen Körper enorme Herausforderungen und gleichzeitig tiefgreifende physiologische Veränderungen dar. Diese Veränderungen betreffen nahezu alle Systeme des Körpers, um die Entwicklung und den Schutz des ungeborenen Kindes zu fördern und eine gesunde Versorgung nach der Geburt zu gewährleisten.

Kinderwunsch – Vorbereitung auf eine Schwangerschaft

Sowohl im Körper der Frau auch im männlichen Körper müssen bestimmte Voraussetzungen für die Fruchtbarkeit gegeben sein, damit eine Schwangerschaft eintreten kann. Besonders im weiblichen Körper spielen verschiedene hormonelle Einflüsse eine große Rolle.

Der Menstruationszyklus

Der weibliche Menstruationszyklus ist eine regelmäßige hormonelle Abfolge, die den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet. Er besteht aus mehreren Phasen:

  • Follikelphase: Zu Beginn des Zyklus bereitet sich der Körper auf den Eisprung vor. In dieser Phase reift in einem der beiden Eierstöcke eine Eizelle heran.
  • Ovulation (Eisprung): Etwa in der Mitte des Zyklus wird eine Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt und wandert in den Eileiter. Dies ist der fruchtbarste Zeitpunkt des Zyklus.
  • Lutealphase: Nach dem Eisprung produziert der Körper das Hormon Progesteron, das die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet. Findet keine Befruchtung der Eizelle statt, sinkt der Progesteronspiegel wieder, so dass die Menstruation einsetzt.

Während des gesamten Zyklus sind die Hormone Östrogen und Progesteron für das Gelingen einer Schwangerschaft verantwortlich. Ein ausgeglichener Hormonhaushalt ist daher entscheidend für die Fruchtbarkeit.

Männer und Fruchtbarkeit

Auch die Fruchtbarkeit des Mannes ist entscheidend. Testosteron reguliert die Produktion von Spermien in den Hoden. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf schädliche Substanzen wie Alkohol und Nikotin haben einen positiven Einfluss sowohl auf die Qualität als auch die Anzahl der Spermien. 

Vor allem die Spurenelemente Zink und Selen sind wichtig für die männliche Fruchtbarkeit. Während Selen zu einer normalen Spermabildung beiträgt, ist Zink wichtig für die normale Reproduktion, nicht zuletzt da es am Aufbau der Erbinformation beteiligt ist. Zudem trägt Zink zum Erhalt eines normalen Testosteronspiegels bei. Beide Spurenelemente schützen die Körperzellen und damit auch die Spermien vor oxidativem Stress.

Schwangerschaft – Leben wächst heran

Nach der Befruchtung beginnen im Körper der werdenden Mutter umfassende physiologische Veränderungen.

Hormonelle Veränderungen

Zu Beginn der Schwangerschaft spielen Hormone eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung des Wachstums des Babys und der Vorbereitung des Körpers auf die bevorstehenden Herausforderungen der Geburt.

  • HCG: Direkt nach der Befruchtung beginnt der Körper, das Hormon HCG zu produzieren. Es sorgt in den ersten Schwangerschaftswochen dafür, dass kein weiterer Eisprung stattfindet und die Menstruation ausbleibt – ein erster Hinweis auf die Schwangerschaft.
  • Progesteron: Progesteron hilft dabei, die Gebärmutterschleimhaut aufzubauen und zu erhalten und die Muskulatur der Gebärmutter zu entspannen, damit sich diese während der Schwangerschaft dehnen kann.
  • Östrogen: Während der Schwangerschaft steigt der Östrogenspiegel stark an. Dieses Hormon unterstützt das Wachstum der Gebärmutter, fördert die Blutgerinnung und ist an der Brustentwicklung für die spätere Produktion der Muttermilch beteiligt.

Körperliche Veränderungen

Durch die hormonellen Anpassungen erfährt der Körper der werdenden Mutter auch spürbare körperliche Veränderungen. Diese Veränderungen betreffen insbesondere das Kreislaufsystem, das Blutvolumen und den Stoffwechsel.

  • Zunahme des Blutvolumens: Das Blutvolumen einer schwangeren Frau steigt um etwa 30–50 %, um sicherzustellen, dass ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe zu Mutter und Kind transportiert werden.
  • Herz-Kreislauf-System: Das Herz pumpt mehr Blut, die Blutgerinnung verändert sich und der Blutdruck kann zu Beginn der Schwangerschaft sinken, um später wieder anzusteigen.
  • Stoffwechsel: Der Stoffwechsel wird auf Hochtouren gefahren, um den erhöhten Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft zu decken und den Körper mit der notwendigen Energie zu versorgen.

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Stillzeit – Der Körper versorgt das Neugeborene

Mit der Geburt des Babys beginnt eine besondere Phase: die Stillzeit. Sie spielt eine entscheidende Rolle für die frühe Entwicklung des Kindes. In den ersten Tagen nach der Geburt produziert der Körper das sogenannte Kolostrum (Vormilch), das besonders reich an Antikörpern ist und das Immunsystem des Neugeborenen stärkt. Nach und nach geht die Kolostrumproduktion in die reguläre Muttermilch über, die dem Baby alle wichtigen Nährstoffe, Antikörper und Wachstumshormone liefert.

Hormonelle Veränderungen nach der Geburt

Nach der Geburt spielen Hormone wie Prolaktin und Oxytocin eine entscheidende Rolle. Während der Stillzeit sorgt eine feine hormonelle Balance dafür, dass die Milchproduktion optimal verläuft und die Bindung zwischen Mutter und Kind gestärkt wird.

  • Prolaktin: Dieses Hormon wird in der Hypophyse produziert und ist für die Milchbildung verantwortlich. Bereits in den ersten Stunden nach der Geburt wird Prolaktin ausgeschüttet, um die Milchproduktion anzuregen und den Milchfluss zu starten.
  • Oxytocin: Auch Oxytocin wird in der Hypophyse freigesetzt und spielt eine Schlüsselrolle bei der Milchfreisetzung. Es sorgt dafür, dass sich die Milchdrüsen kontrahieren und Muttermilch in die Brustwarzen gelangt. Gleichzeitig hat es eine beruhigende Wirkung auf die Mutter und fördert die emotionale Bindung zum Baby.

Der Nutzen des Stillens

Das Stillen hat sowohl für das Baby als auch für die Mutter zahlreiche Vorteile, die weit über die reine Ernährung hinausgehen.

  • Für das Baby: Muttermilch enthält alle essenziellen Nährstoffe, die das Baby für seine gesunde Entwicklung braucht. Sie ist zudem reich an Antikörpern, die das Immunsystem des Neugeborenen stärken. Stillen fördert nicht nur das körperliche Wachstum, sondern unterstützt auch die Entwicklung des Gehirns und trägt zur emotionalen Bindung zwischen Mutter und Kind bei.
  • Für die Mutter: Stillen hilft der Mutter, ihre Gebärmutter nach der Geburt wieder zurückzubilden und unterstützt den Kalorienverbrauch, was bei der Rückbildung des Geburtsgewichts hilft. 

Nährstoffzufuhr für Mutter und Kind

Schon bei bestehendem Kinderwunsch ist eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung sinnvoll, um den Körper optimal auf die Schwangerschaft vorzubereiten. In der Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Nährstoffbedarf deutlich – denn die Entwicklung und Gesundheit des Kindes sind direkt von der Ernährung der Mutter abhängig. Auch während der Stillzeit liefert die Muttermilch dem Kind alle wichtigen Nährstoffe.

Tab. 1: Referenzwerte für die tägliche Zufuhr von bestimmten Mikronährstoffen während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die Zufuhr über die Nahrung. Die Werte variieren je nach Alter, Geschlecht und individuellen Lebensumständen.
  Schwangerschaft Stillzeit
Folat / Folsäure 550 µg 450 µg
Vitamin D 20 µg = 800 IE 20 µg = 800 IE
Jod 230 µg 260 µg
Magnesium 300 mg 300 mg
Eisen 27 mg 16 mg
Zink 7–13 mg 11–14 mg

Folsäure / Folat und Schwangerschaft

Folsäure (oder Folat) spielt besonders in der Schwangerschaft eine zentrale Rolle für die gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes. Da der Bedarf in den ersten Wochen stark erhöht ist, wird die zusätzliche Einnahme von Folsäure idealerweise schon vor der Empfängnis empfohlen. Vor allem Frauen mit unausgewogener Ernährung oder nach Einnahme der Antibabypille haben oft niedrige Folatspiegel. Um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen, sollte Folsäure auch während Schwangerschaft und Stillzeit weiter eingenommen werden.

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Vitamin D

Neben Folsäure spielt auch Vitamin D eine wichtige Rolle bei der Zellteilung. Darüber hinaus erfüllt es zahlreiche weitere Funktionen im Körper: Es trägt zur normalen Funktion des Immunsystems und der Muskulatur bei und unterstützt die Erhaltung gesunder Knochen und Zähne.

Jod

Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist der Jodbedarf erhöht. Jod unterstützt die kognitive Funktion und ist entscheidend für die Schilddrüsenfunktion. Es wird empfohlen, während der Schwangerschaft täglich 100–150 µg Jod zusätzlich zuzuführen.

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Magnesium

Magnesium ist in der Schwangerschaft besonders wichtig, da dieser Mineralstoff aufgrund der hormonell-bedingten Veränderungen vermehrt über den Urin ausgeschieden wird. Magnesium hat eine Funktion bei der Zellteilung und ist daher für das Wachstum des Kindes wichtig. Zudem trägt es zur normalen psychischen Funktion bei, und die Nerven können im Lauf einer Schwangerschaft und während der Stillzeit durchaus beansprucht sein. 

Magnesium kann die gesamte Schwangerschaft über und darüber hinaus eingenommen werden, also bis zur Geburt und während der Stillzeit. Die orale Magnesiumeinnahme hat keinen Einfluss auf die normale Wehentätigkeit.

Eisen

Während der Schwangerschaft erhöht sich das Blutvolumen um 40 % und es müssen mehr rote Blutkörperchen gebildet werden. Da der Körper hierfür Eisen benötigt, ist der Eisenbedarf auf fast das Doppelte erhöht. Das Nahrungseisen reicht oft nicht aus, um die Empfehlung von täglich 27 mg zu erreichen, weshalb sinnvoll dosierte Nahrungsergänzungsmittel die tägliche Ernährung unterstützen können.

Auch in der Stillzeit sollte auf die Eisenzufuhr geachtet werden. Zum einen muss das Kind weiterhin mitversorgt und zum anderen die Blutverluste während der Geburt ausgeglichen werden.

Zink

Zink am Aufbau der Erbinformation und von Eiweißen beteiligt und hat eine Funktion bei der Zellteilung und damit bei der Zellvermehrung. Es wird also für alle Wachstums- und Entwicklungsprozesse benötigt. Der Zinkbedarf in Schwangerschaft und Stillzeit ist daher mit bis zu 14 mg pro Tag im Vergleich zu nicht-schwangeren Frauen stark erhöht.

Tipps für die Schwangerschaft

  • Ausgewogene Ernährung: Eine abwechslungsreiche Kost mit Vollkornprodukten, frischem Gemüse, hochwertigen Eiweißquellen sowie gesunden Fetten bildet die Grundlage für eine gesunde Schwangerschaft. Kritische Nährstoffe wie Folat, Eisen, Jod, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D sollten gezielt berücksichtigt werden.
  • Folsäure/Folat: Da der Folatbedarf bereits zu Beginn der Schwangerschaft stark ansteigt, wird eine Supplementierung idealerweise schon bei Kinderwunsch empfohlen – spätestens jedoch vier Wochen vor der Empfängnis.
  • Regelmäßige Bewegung: Moderate körperliche Aktivität (z. B. Schwimmen, Gehen, pränatales Yoga) fördert die Durchblutung, unterstützt den Stoffwechsel und kann typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Rückenschmerzen oder Wassereinlagerungen lindern.
  • Ausreichend Trinken: Trinken Sie jeden Tag ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee, um den Kreislauf, die Nierenfunktion und die Regulation des Fruchtwassers zu unterstützen.
  • Ruhepausen: Ausreichender Schlaf sowie gezielte Entspannungsphasen fördern das körperliche und seelische Wohlbefinden.
  • Arzneimittel/sonstige Präparate: Auch frei verkäufliche Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate sollten während der Schwangerschaft und Stillzeit nur in Absprache mit Ihrem Gynäkologen verwendet werden.
  • Individuelle Beratung: Eine gezielte Beratung zu Ernährung und Mikronährstoffversorgung durch Ihren Arzt oder Apotheker ist insbesondere bei vegetarischer oder veganer Ernährung sowie bestehenden Vorerkrankungen sinnvoll.

Über Verla

Die Geschichte von Verla-Pharm geht auf eine 200-jährige Apothekertradition zurück. Der Name „Verla“ leitet sich aus den Anfangsbuchstaben des Familiennamens „von Ehrlich“ und deren „Reichenberger Löwen Apotheke“ ab und ist seit 1957 eng mit dem Mineralstoff Magnesium verbunden.

Seit über 75 Jahren steht Verla für Mineralstoff-Kompetenz und hochwertige Produkte. Entdecken Sie, wie diese Tradition in unseren Produkten weiterlebt.

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