Blutarmut & Eisenmangel

Symptome die bei Eisenmangel auftreten können

Was bedeutet Blutarmut?
Eine Blutarmut (auch Anämie genannt) beschreibt einen Mangel an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) und/oder roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Es gibt verschiedene Formen der Blutarmut, die sich je nach Art der Entstehung unterscheiden. Die Folge einer Blutarmut ist jedoch immer, dass weniger Sauerstoff im Blut transportiert wird und zu den entsprechenden körperlichen Beschwerden führt.

Ursachen für Blutarmut
Es werden drei Hauptursachen für eine Blutarmut unterschieden:

  • Gestörte Bildung der roten Blutkörperchen, z.B. aufgrund eines Nährstoffmangels wie beispielsweise Eisen
  • Vermehrter Verlust an roten Blutkörperchen, z.B. aufgrund von Verletzungen, Menstruation, Blutspenden
  • Verteilungsstörung der roten Blutkörperchen, wobei sich diese massiv in der Milz anhäufen

Die häufigste Form der Blutarmut ist mit ca. 80 % der Fälle die Eisenmangelanämie. Dabei steht Eisen, ein lebenswichtiger Baustein für die Bildung der roten Blutkörperchen, dem Körper nicht ausreichend zur Verfügung.
Die Ursachen für einen Eisenmangel können vielfältig sein. Neben der verminderten Eisenaufnahme bei einseitiger Ernährung, speziellen Diäten oder durch Medikamenteneinfluss, können schwerer Blutverlust (durch Verletzungen, starke Menstruationsblutungen oder häufiges Blutspenden) und Sickerblutungen aus dem Magen-Darm-Bereich (verursacht durch Geschwüre, Hämorrhoiden oder Polypen) für einen Eisenmangel verantwortlich sein. Eisenmangel kann auch in Lebensphasen mit einem erhöhten Eisenbedarf entstehen.

Symptome einer Blutarmut
Bei allen Formen der Blutarmut wird weniger Sauerstoff mit dem Blut zu den Organen transportiert. Dies kann die Ursache für folgende Symptome sein:

  • Andauernde Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrations- und Merkschwäche
  • Schwindel, v.a. bei körperlicher Anstrengung
  • Blasse Gesichtsfarbe
  • Herzrasen, denn der Körper versucht die schlechte Sauerstoffversorgung mit erhöhtem Herzschlag auszugleichen wobei der Puls ansteigt.

Bei der häufigsten Form der Blutarmut, der Eisenmangelanämie, kommen zudem noch die typischen Symptome hinzu, die auf dem Eisenmangel an sich beruhen:

  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Reizbarkeit, innere Unruhe
  • Trockene, rissige Haut
  • Brüchige Nägel
  • Haarausfall, sprödes Haar
  • Mundwinkeleinrisse (Mundwinkelrhagaden)

Wenn die Blutarmut nicht auf einem Eisenmangel beruht, können je nach Grunderkrankung auch weitere Symptome auftreten.

Feststellung einer Blutarmut bzw. eines Eisenmangels
Wer Symptome einer Blutarmut an sich festgestellt, sollte einen Arzt aufsuchen, so dass eine körperliche Untersuchung erfolgen kann und die Symptome erfasst werden. Anschließend erfolgt meist eine Blutabnahme und die Untersuchung des Blutbildes im Labor. Dabei sind drei Laborwerte besonders wichtig:

  • Hämoglobin: die Menge des roten Blutfarbstoffs im Blut
    Normalwerte: Frauen 12,0 g/dl; Männer 13,0 g/dl
  • Erythrozyten: die Zahl der roten Blutkörperchen
    Normalwerte: Frauen 4,1 – 5,2 Mio/µl; Männer 4,5 – 5,9 Mio/µl
  • Hämatokrit: der prozentuale Anteil der festen Bestandteile im Blut
    Normalwerte: Frauen 37-45 %; Männer 43-49 %

Der bei der Untersuchung des Blutbildes angegebene Referenzbereichs des Labors kann hiervon abweichen, ist jedoch für die Bewertung ausschlaggebend.

Behandlung von Blutarmut
Bei der Blutarmut wird immer zuerst die Ursache geklärt, damit die passende Behandlung gestartet werden kann.
Wenn Eisenmangel ursächlich für die Blutarmut ist, sollten zuerst mögliche Blutungsquellen behandelt und damit Eisenverluste gestoppt werden. Danach erfolgt eine Therapie, bei der Arzneimittel mit Eisen für mehrere Wochen bis mehrere Monate eingenommen werden. Hierbei wird zweiwertiges Eisen (Fe++) bevorzugt, da dieses im Körper besser aufgenommen werden kann als dreiwertiges Eisen.

Risiko Blutarmut zu entwickeln
Das Risiko, die häufigste Form der Blutarmut (eine Eisenmangelanämie) zu entwickeln, wird durch verschiedene Faktoren bestimmt.
Zum einen haben Personen mit einem erhöhten Bedarf an Eisen auch ein höheres Risiko für eine Eisenmangelanämie. Aufgrund von Blutverlusten haben v.a. Blutspender und Frauen im gebärfähigen Alter einen erhöhten Bedarf. Schwangere müssen zusätzlich den Bedarf des Kindes decken und vermehrt Blut bilden. Hinzu kommen auch Blut- und somit Eisenverluste bei der Geburt. Während der Stillzeit muss über die Muttermilch der Eisenbedarf des Säuglings gedeckt werden. Auch während der Wachstumsphasen von Kindern muss auf eine ausreichende Eisenzufuhr geachtet werden. Sportler haben einen erhöhten Sauerstoffbedarf. Um genügend Sauerstoff im Körper transportieren zu können, muss ausreichend Eisen für die Bildung der roten Blutkörperchen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus führt die erhöhte Muskeltätigkeit zu einer vermehrten Zerstörung der roten Blutkörperchen. Insbesondere bei Laufsportarten werden durch den erhöhten Druck (Kompression) auf die Fußsohlen ebenfalls rote Blutkörperchen zerstört.
Zum anderen hat auch die Ernährungsweise einen Einfluss auf die Eisenversorgung. Insbesondere Vegetarier und Veganer haben ein erhöhtes Risiko, einen Eisenmangel zu entwickeln. Tierische Nahrungsmittel sind sehr gute Eisenlieferanten, da diese zweiwertiges Eisen (Fe++) liefern, welches besser aufgenommen wird. Zwar können pflanzliche Lebensmittel wie Haferflocken, recht viel Eisen enthalten, jedoch wird dieses Eisen im Körper schlechter aufgenommen, da das Eisen in dreiwertiger Form vorliegt. Hinzu kommt, dass einige Pflanzen Stoffe enthalten, welche die Aufnahme des Spurenelementes beeinträchtigen z.B. Oxalsäure in Spinat und Rhabarber.

Auch einseitige Ernährungsgewohnheiten und strenge Diäten können zur Entwicklung eines Eisenmangels und somit langfristig zu einer Blutarmut führen. Dies wird vor allem durch Nahrung begünstigt, die einen hohen Anteil an sogenannten „Eisenräubern“ enthält.

Um Ihr individuelles Risiko abzuschätzen, können Sie hier unseren Eisenmangel-Check bestellen oder diesen in der Apotheke holen. Er hilft Ihnen dabei, Ihre Eisenversorgung besser einzuschätzen.

Vermeidung von Eisenmangel
Einer Blutarmut, die auf einem Eisenmangel beruht, können Sie mit geeigneter Ernährung vorbeugen. Sie sollten sich möglichst abwechslungsreich und ausgewogen ernähren. Achten Sie darauf, eisenreiche Lebensmittel in Ihren Speiseplan zu integrieren und denken Sie daran, dass Eisen aus tierischen Nahrungsmitteln im Körper leichter aufgenommen wird. Zum Beispiel empfiehlt sich mageres rotes Fleisch zum regelmäßigen Verzehr.
Bei der Planung Ihres Speiseplans sollten Sie darauf achten, dass bestimmte Nahrungskomponenten die Eisenaufnahme negativ beeinflussen („Eisenräuber“), während andere die Aufnahme von Eisen begünstigen („Eisenverstärker“). Beispiele hierfür finden Sie in der folgenden Tabelle:

Eisenräuber Eisenverstärker
Phytate (z.B. in Vollkornprodukten) Vitamin C
Polyphenole (z.B. in Tee, Kaffee) Fleisch, Fisch
Calcium (z.B. in Milch) Fruchtsäfte
Phosphate (z.B. in Milchprodukten, Cola) Zitronensäure
Oxalsäure (z.B. in Spinat, Rhabarber) Milchsäure

 

Bei einseitiger, vegetarischer oder veganer Ernährung oder auch bei einem erhöhten Bedarf z.B. menstruationsbedingten Blutverlusten, in der Schwangerschaft oder Sport sind sinnvoll dosierte Nahrungsergänzungsmittel geeignet, um die Eisenversorgung zu unterstützen.