Schwangerschaft & Stillzeit

Zu den kritischen Nährstoffen während der Schwangerschaft gehört vor allem die Folsäure, auch Folat genannt. Die ergänzende Aufnahme von Folsäure erhöht bei Schwangeren den Folsäurespiegel im Blut. Denn ein niedriger Folsäurespiegel ist ein Risikofaktor für Entwicklungsstörungen von Rückenmark und Gehirn (medizinisch: Neuralrohrdefekte) beim heranwachsenden Fötus. Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch wird deshalb von den medizinischen Fachgesellschaften empfohlen, zusätzlich zu einer gesunden Ernährung täglich 400 µg Folsäure einzunehmen, und zwar über einen Zeitraum von mindestens einem Monat vor und bis zu drei Monaten nach der Empfängnis.

Neben Folsäure hat auch Vitamin D eine Funktion bei der Zellteilung. Vitamin D erfüllt aber auch noch zahlreiche andere Funktionen im menschlichen Körper. So ist Vitamin D u. a. wichtig für ein gesundes Immunsystem, die Muskelfunktion und für die Erhaltung gesunder Knochen und Zähne.

Die zusätzliche Zufuhr von 100-150 µg Jod in Form von Supplementen ist gängige Praxis, da der Bedarf von Jod während der Schwangerschaft erhöht ist. Jod zählt auch während der Stillzeit zu den kritischen Nährstoffen, denn Jod ist u.a. wichtig für eine normale geistige Leistung und für Denkprozesse.

Des Weiteren ist Magnesium während der Schwangerschaft besonders wichtig, da aufgrund des veränderten Stoffwechsels dieser Mineralstoff vermehrt über den Urin ausgeschieden wird. Zusätzlich ist der Bedarf an Magnesium erhöht, da für die Entwicklung und das Wachstum des Kindes ebenfalls Magnesium notwendig ist. Erste Anzeichen dafür, dass eine Schwangere oder Stillende nicht ausreichend mit Magnesium versorgt ist, können Wadenkrämpfe und auch das „Hartwerden des Bauches“ sein. Entgegen häufig anders lautender Meinungen kann (und sollte) Magnesium die gesamte Schwangerschaft über eingenommen werden, also bis zur Geburt. Die Einnahme von Magnesium hat keinen negativen Einfluss auf die normalen Geburtswehen. Die Behandlung eines Magnesiummangels, z. B. mit Magnesium Verla® N Dragées * kann sogar vorzeitige Wehen vermeiden helfen.

Der Magnesiumbedarf ist in der Stillzeit noch höher als während der Schwangerschaft, da die Mutter mit 750 ml Milch ca. 24 mg Magnesium an das Kind abgibt. Um dies wieder auszugleichen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung täglich 390 mg Magnesium (statt 300 mg) zuzuführen. Auch hier kann eine Magnesiumergänzung in Form von sinnvoll dosierten Präparaten sehr nützlich sein.


*Magnesium Verla® N Dragées

Wirkstoffe: Magnesiumcitrat, Magnesiumbis(hydrogen-L-glutamat). Anwendungsgebiete: Behandlung von therapiebedürftigen Magnesiummangelzuständen, die keiner Injektion/Infusion bedürfen. Nachgewiesener Magnesiummangel, wenn er Ursache für Störungen der Muskeltätigkeit (neuromuskuläre Störungen, Wadenkrämpfe) ist. Hinweis: enthält Sucrose (Zucker) und Glucose. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Während der Schwangerschaft erhöht sich das Blutvolumen um 40 % und es müssen mehr rote Blutkörperchen gebildet werden. Da der Körper hierfür Eisen benötigt, ist der Eisenbedarf auf das Doppelte erhöht. Besonders bei Frauen, deren Eisenspeicher schon vor der Schwangerschaft erschöpft waren, ist die Entstehung einer Blutarmut bzw. eines Eisenmangels während der Schwangerschaft sehr wahrscheinlich. Das Nahrungseisen reicht oft nicht aus, um die Empfehlung von täglich 30 mg zu erreichen, weshalb sinnvoll dosierte Nahrungsergänzungsmittel die tägliche Ernährung unterstützen können. Daher sollte der Eisenspiegel regelmäßig kontrolliert werden und auf Eisenmangelsymptome geachtet werden. Bei Blutarmut bzw. Eisenmangelanämie ist eine ärztliche Therapie erforderlich, z. B. mit Eisen Verla® 35 mg*

Falls Ihr Arzt bei Ihnen einen Eisenmangel diagnostiziert und Ihnen hochdosierte Eisenarzneimittel empfohlen werden, achten Sie darauf, dass bei hohen Eisengaben ein zeitlicher Abstand zu Magnesium eingehalten werden sollte. Die einzige Ausnahme stellt Eisen(II)-gluconat und Magnesiumaspartat-hydrochlorid dar. Studien konnten zeigen, dass diese Verbindungen die gegenseitige Aufnahme nicht behindern und somit ein zeitlicher Abstand nicht notwendig ist.

Während der Stillzeit ist auch für Eisen der Bedarf weiterhin erhöht. Daher sollte täglich 20 mg Eisen mit der Nahrung zugeführt werden oder ggf. die Nahrung mit sinnvoll dosierten Präparaten ergänzt werden.


*Eisen Verla® 35 mg

Wirkstoff: Eisen(II)-gluconat (Ph. Eur.). Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Eisenmangelzuständen. Hinweis: enthält Sucrose (Zucker). Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Abneigungen gegen verschiedene Speisen

Wenn sich während der Schwangerschaft Abneigungen gegen verschiedene Speisen entwickeln, dann sollten sich Schwangere generell nicht zwingen diese trotzdem zu verzehren. Wenn es sich dabei aber um wertvolle und wichtige Nahrungsmittel handelt (z.B. Milch- und Vollkornprodukte), können entweder die Geschmacksnerven überwunden oder entsprechende Präparate eingenommen werden.